Donnerstag, 24. März 2016

{Schällenurslis Heimat}



Huuuiii...
Beinahe hätte ich es vergessen.
Ich versprach euch ja noch das zweite Highlight
unserer Engadin Ferien zu zeigen!

Guarda

An jeder Ecke glaubt man, dem Schällenursli begegnen zu können.
Die mit Sgraffito kunstvoll verzierten Häuser, lassen einem glauben, 
dass die alten Zeiten noch present seien und nicht der Vergangenheit angehörten.

Nirgends empfängt einem dieses Gefühl so stark wie in Guarda,
dem Dorf in dem die Geschichte entsprungen ist.

"Hoch oben in den Bergen, weit von hier, da wohnt ein Büblein so wie ihr..."

Mit diesen Worten beginnt das Kinderbuch, das 1945 in der Schweiz für Aufsehen sorgte.
Selina Chönz (geborene Meyer-Ronzi) die 1939 den verwitweten Architekten 
und Vater von vier Buben, Lachen Ulrich Könz heiratetet, 
schrieb die Geschichte wärend sie ihren gemeinsamen Sohn erwarteten.

Um das Buch für Kinder ansprechend zu gestalten, 
bat sie den Künstler Alois Carigiet
die Bilder zu illustrieren.

Die Bilder entstanden über mehrere Jahre,
während der er jeweils ein paar Monate bei Chönzes zu Gast war.

Das Haus des Schällenurslis, ist dem Nachbarshaus nachempfunde,
das er von seinem Gästezimmer aus sehen konnte
Der Archidekt Lachen Ulrich Könz, Selina Chönz Ehemann,
hat sich sehr in den Erhalt der alten Häuser investiert.
Mit grosser Sorgfallt und Respekt lies er viele der Häuser restaurieren.

1975 erhielt das Dorf den Wakkerpreis für die beispielhafte Pflege des Ortsbildes,
was sie zu grossen Teilen Lachen Ulrich Könz zu verdanken haben.




























Zu diesem Haus gibt es eine lustige
oder wohl eher merkwürdige Geschichte.
Wenn ihr es genauer betrachtet, könnt ihr vielleicht erkennen,
dass ein Teil der Fenster nur auf die Fasade gemalt ist.

Ein Kaufmann, der nach Italien ausgewandert war,
lies sich dieses Haus als Ferienresidenz in seinem Heimatdorf bauen.
Da in Guarda zu der Zeit die Steuern pro Fenster erhoben wurden,
hat der Kaufmann entschieden, auf ein paar Fenster zu verzichten.
Damit es optisch aber trotzdem schön aussieht, 
lies er kurzerhand ein paar Fenster auf die Wand malen, 
um die Symetrie nicht zu stören.

Und ich dachte immer die Schildbürger gäbe es nur im Märchen :-).
Wer hat hier wohl wen hinters Licht geführt?
Mag sein, dass er den Staat "erfolgreich" betrogen hat...
Aber wer am Ende dann im Dunkeln tappte...
war der reiche Kaufmann!

Fazit...
Es könnte sich unter Umständen tatsächlich lohnen,
die Steuern zu zahlen ;-)!


























Sgraffito sind nicht aufgemalt sondern in den speziellen
und aufwändig aufgetragenen Verputz geritzte Sprüche,
die etwas über die Bewohner des jeweiligen Hauses aussagen.

Manche sind lustig, manche zeugen von Aberglaube und andere von Tiefgründigkeit
wie folgendes Sgraffito auf dem steht:



Wir errichten schöne Häuser und wissen, 
dass wir nicht ewig bleiben; 
an den Ort, wo wir für immer zu bleiben hingehen, 
denken wir aber nur selten.



Mit diesem letzten Gedanken entlasse ich euch in die Ostertage,
die für mich persönlich von grosser Bedeutung sind
und wünsche euch noch mehr als zu Weihnachten...

"Besinnliche Festtage".

Herzlichst
Melanie




Kommentare:

  1. Danke für den interessanten Bericht. Ich mag die Bücher von Alois Carigiete. Sehr.
    Im Dunkeln zu tappen, um Steuern zu sparen - das käme heute wohl kaum einem mehr in den Sinn ;)
    Weihnachten wäre ohne Karfreitag und Ostern nur ein nettes Fest....
    Habe besinnliche Ostertage!
    Herzlichst
    yase

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    1. Liebe Yase
      Das ist sehr gerne geschehen.
      Mir hat der neue Schällenursli Film unglaublich gut gefallen,
      deshalb war die Besichtigung von Guard ein "MUSS" ;-)!

      Ja... ich finde auch, dass, was die Wichtigkeit der Feiertage anbelangt, ganz schön was durcheinander geraten ist. Leider ist heute allgemein nicht mehr bekannt, was die Feste wirklich zu bedeuten haben. Meine Kinder freuen sich aber schon darauf, mit den Nonnis das Passa-Lamm zu backen und den Film über das Leben von Jesus zu sehen. Ich bekomme noch immer jedes mal Gänsehaut wenn mir so bildlich das Wesen von Gott vor Augen ist und mir bewusst wird, wie hoch der Preis war, den er für uns bezahlt hat.
      Ostern ist das Fest der Liebe schlechthin!
      Denn wer hat grössere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.
      Ich wünsche dir wundervolle Ostertage.
      Herzlichst
      Melanie

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Vielen ♥ Dank für deine lieben Worte...

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